Gründungsgeschehen 2009 bis 2018

Tendenziell war das Gründungswachstum in Mittelfranken im Verlauf der vergangenen zehn Jahre rückläufig. 2014 erreichte es seinen Tiefstand. Seit 2015 steigt der Gründungssaldo wieder leicht an.

Der Gründungssaldo war trotz des Rückgangs stets positiv. Das höchste Gründungswachstum ist im Dienstleistungsbereich zu verzeichnen.

In den Jahren 2009 und 2010 – zur Zeit der Finanzkrise – erhöhte sich die Zahl der Gewerbeanmeldungen deutlich im Verhältnis zu den Gewerbeabmeldungen. In den Jahren 2011 und 2012 war hingegen wieder ein deutlicher Rückgang des Gründungssaldos zu verzeichnen. Im Jahr 2014 erreichte der Gründungssaldo einen Tiefstand. Insgesamt wagten in Mittelfranken so wenig Menschen wie lange Zeit nicht den Schritt in die Selbstständigkeit. Seit 2015 steigt der Saldo wieder leicht an. Die gute Konjunktur wirkt sich positiv auf den Bestand der Unternehmen aus, denn die Zahl der Gewerbeabmeldungen ist seit 2015 rückläufig und erreichte 2016 den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre. Die Gewerbeanmeldungen steigen seit 2017 wieder leicht an.

Quelle: Statistik der Gewerbeanzeigen in Bayern, Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, München

Quelle: Statistik der Gewerbeanzeigen in Bayern, Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, München

Im derzeitigen Aufschwung investieren und expandieren die Unternehmen, sie stellen vermehrt Mitarbeiter ein und suchen Fachkräfte.

Das führt dazu, dass viele Menschen sich eher für die gut bezahlte, sichere Festanstellung entscheiden, als die von Unsicherheiten und Risiken geprägte Selbstständigkeit zu wählen. Dies spiegelt sich gut sichtbar in den Zahlen der Gewerbeanmeldungen und Gewerbeabmeldungen wider.

Quelle: Statistik der Gewerbeanzeigen in Bayern, Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, München

Quelle: Statistik der Gewerbeanzeigen in Bayern, Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, München

Die Gründungssalden in den Jahren 2009 bis 2018 haben sich tendenziell gleich wie die Arbeitslosenzahlen in diesem Zeitraum entwickelt. Die Gründe sind vielfältig. Insbesondere die gute Konjunktur fördert die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen. Die Arbeitslosenzahlen sind deutlich geringer als noch vor zehn Jahren. Das Ringen um die besten Fachkräfte nimmt zu. Der Wettbewerb etablierter Unternehmen um qualifizierte Fachkräfte stellt potenzielle Gründer daher vor die Wahl zwischen einer abhängigen Beschäftigung oder dem Schritt in die berufliche Selbstständigkeit. Viele entscheiden sich eher für die gut bezahlte, sichere Anstellung als für die von Unsicherheiten geprägte Selbstständigkeit.

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Gewerbeanmeldungen in Mittelfranken nach Wirtschaftszweigen

Im Jahr 2018 wurden in Mittelfranken 15 505 Gewerbetriebe angemeldet und 14 432 abgemeldet.

Rückgänge des Unternehmensbestandes zeigen sich 2018 schwerpunktmäßig im verarbeitenden Gewerbe, zudem weiterhin im Handel, im Gastgewerbe sowie im Bereich der Finanzdienstleistungen.

Im Vergleich zum Jahr 2017 waren im Baugewerbe sowie im Bereich Verkehr leichte Zuwächse zu verzeichnen, ebenso im Bereich der wissenschaftlichen, technischen und sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen. Hier gab es deutlich mehr Gewerbeanmeldungen als Gewerbeabmeldungen.

Quelle: Statistik der Gewerbeanzeigen in Bayern, Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, München

Gewerbeanmeldungen in Mittelfranken nach Kreisen

Der Vergleich der Gewerbeanmeldezahlen und der -abmeldezahlen in den Regionen für 2018 zeigt ein ähnliches Bild wie bereits in 2017: Fast jede dritte Gewerbeanmeldung erfolgte in der Stadt Nürnberg und jede zehnte im Landkreis Ansbach, gefolgt von je neun Prozent im Landkreis Nürnberger Land und der Stadt Fürth sowie je sieben Prozent in den Landkreisen Roth und Fürth.

Quelle: Statistik der Gewerbeanzeigen in Bayern, Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, München